Insolvenzmonitor Januar 2026: Unternehmensinsolvenzen steigen, Abweisungsquote auf Rekordhoch
Im Januar 2026 wurden in Deutschland 8.836 Insolvenzverfahren eröffnet (–10,7 % vs. Januar 2025). Während Privatinsolvenzen deutlich zurückgingen (–12,0 %), stiegen Unternehmensinsolvenzen gegen den Trend (+2,2 %). Die Abweisungsquote erreichte mit 12,0 % einen neuen Höchstwert. Datenanalyse auf Basis von 107.883 amtlichen Bekanntmachungen.
18. März 2026·ca. 6 Min. Lesezeit
Gesamtüberblick: Januar 2026
Im Januar 2026 wurden in Deutschland 8.836 Insolvenzverfahren eröffnet und 1.204 Anträge mangels Masse abgewiesen. Gegenüber dem Vorjahresmonat (Januar 2025: 9.892 Eröffnungen, 1.078 Abweisungen) ergibt sich folgendes Bild:
Eröffnungen gesamt: 8.836 (–10,7 % vs. Januar 2025)
Abb. 1: Eröffnungen und Abweisungen – Januar 2025 vs. Januar 2026
Die Abweisungsquote von 12,0 % ist der höchste im Datensatz beobachtete Monatswert. Bezogen auf Unternehmen allein wurden 632 Anträge abgewiesen bei 936 Eröffnungen – eine gewerbliche Abweisungsquote von 40,3 % (Januar 2025: 554 Abweisungen / 916 Eröffnungen = 37,7 %).
Unternehmensinsolvenzen
Gesamtzahl und Abweisungen
In Januar 2026 wurden 936 Unternehmensinsolvenzen eröffnet, 20 mehr als im Vorjahresmonat (+2,2 %). Hinzu kommen 632 Abweisungen gewerblicher Anträge mangels Masse (+14,1 % vs. Januar 2025). Insgesamt wurden damit 1.568 gewerbliche Insolvenzanträge gestellt – davon wurden 40,3 % abgewiesen.
Branchen
Von den 936 eröffneten Unternehmensinsolvenzen im Januar 2026 liegen für alle Fälle Branchendaten vor. Die am häufigsten betroffenen Sektoren:
Abb. 2: Top-Branchen Unternehmensinsolvenzen Januar 2026
Die stärksten Zuwächse verzeichnen Finanzdienstleistungen & Beteiligungsgesellschaften (+74 %), Einzelhandel (+50 %), Büro- & EDV-Dienstleistungen (+54 %), Hotel & Gastronomie (+62 %) sowie Handwerksbetrieb (+43 %).
Rückgänge gegenüber dem Vorjahresmonat zeigen Transport & Logistik (–9 %), Großhandel & Onlinehandel (–5 %) und Immobilien (–2 %).
*Hinweis zur Branchenvergleichbarkeit: Die Branchenzuordnung der 2025-Daten war weniger konsistent als 2026. Für einzelne Kategorien (insbesondere Baunebengewerbe, Medizin & Pflege) ist der Jahresvergleich daher eingeschränkt belastbar.*
Privatinsolvenzen
Im Januar 2026 wurden 7.900 Privatinsolvenzen eröffnet – ein Rückgang von 12,0 % gegenüber Januar 2025 (8.976). Gleichzeitig stiegen die privaten Abweisungen leicht: 572 gegenüber 524 im Vorjahresmonat (+9,2 %). Die private Abweisungsquote liegt bei 6,8 % (Januar 2025: 5,5 %).
Regionale Analyse
Bundesländer
Nordrhein-Westfalen bleibt mit 2.224 Eröffnungen das insolvenzstärkste Bundesland, gefolgt von Niedersachsen (1.200) und Bayern (977). Sachsen ist das einzige Bundesland mit einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahresmonat (+1,6 %).
Abb. 3: Eröffnungen nach Bundesland – Januar 2026 vs. Januar 2025
Bei den Unternehmensinsolvenzen nach Bundesland führt Nordrhein-Westfalen mit 245 Fällen (+16,7 % vs. Januar 2025: 210), gefolgt von Bayern (140; –9,1 %), Niedersachsen (109; +60,3 %), Baden-Württemberg (84; –15,2 %) und Hessen (84; +16,7 %).
Insolvenzgerichte
Köln verzeichnet im Januar 2026 die meisten Verfahren (319, +5,3 %), gefolgt von Hamburg (306, –1,9 %) und München (239, –0,4 %).
Abb. 4: Top 15 Insolvenzgerichte – Januar 2026 vs. Januar 2025
Bei den Unternehmensinsolvenzen führt Charlottenburg (Berlin) trotz Rückgang mit 63 Fällen (Januar 2025: 80, –21,3 %). Dahinter folgen München (55; +22,2 %), Frankfurt am Main (42; +20,0 %), Köln (35; –5,4 %) und Hamburg (32; –3,0 %).
Methodik und Definitionen
Die Analyse basiert auf allen Insolvenzbekanntmachungen, die im Januar 2025 und Januar 2026 auf dem amtlichen Portal insolvenzbekanntmachungen.de veröffentlicht wurden. Der Datensatz umfasst 114.525 Einträge für Januar 2025 und 107.883 Einträge für Januar 2026 über alle Bekanntmachungsarten hinweg.
Für die Kernkennzahlen wurden ausschließlich die Kategorien „Eröffnungen" und „Abweisungen mangels Masse" ausgewertet.
Eröffnung: Das Insolvenzgericht hat ein Verfahren formal eröffnet (§ 27 InsO).
Abweisung mangels Masse: Der Antrag wurde abgewiesen, weil das Vermögen des Schuldners nicht ausreicht, die Verfahrenskosten zu decken (§ 26 InsO).
Unternehmensinsolvenz: Verfahren mit Handelsregistereintrag (HR-Nummer) im Bekanntmachungstext. Erfasst GmbHs, UGs, AGs, KGs, OHGs und eingetragene Einzelunternehmen.
Branchenzuordnung: Für 2026 liegen standardisierte Branchendaten für alle 936 Unternehmensinsolvenzen vor. Die 2025-Branchendaten wurden mit einer früheren Klassifikationslogik erstellt und weisen für einzelne Kategorien Inkonsistenzen auf; der Jahresvergleich ist daher nicht für alle Sektoren gleich belastbar.
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