Insolvenzmonitor Februar 2026: 11.346 Eröffnungen – stärkster Monat des Jahres
Im Februar 2026 wurden in Deutschland 11.346 Insolvenzverfahren eröffnet (+15,8 % vs. Februar 2025). Unternehmensinsolvenzen stiegen um 19,7 % auf 1.215 Fälle. Nahezu alle Bundesländer und Branchen verzeichnen Zuwächse. Datenanalyse auf Basis von 119.042 amtlichen Bekanntmachungen.
18. März 2026·ca. 6 Min. Lesezeit
Gesamtüberblick: Februar 2026
Im Februar 2026 wurden in Deutschland 11.346 Insolvenzverfahren eröffnet und 1.256 Anträge mangels Masse abgewiesen – der höchste Monatswert im bisherigen Jahresverlauf. Gegenüber dem Vorjahresmonat (Februar 2025: 9.797 Eröffnungen, 1.038 Abweisungen) ergibt sich folgendes Bild:
Eröffnungen gesamt: 11.346 (+15,8 % vs. Februar 2025)
Abb. 1: Eröffnungen und Abweisungen – Februar 2025 vs. Februar 2026
Gegenüber Januar 2026 (8.836 Eröffnungen) stieg die Zahl der Verfahren um 28,4 %. Im Vorjahresvergleich war der Sprung von Januar auf Februar 2025 mit –1,0 % minimal. Der saisonale Anstieg fiel 2026 damit deutlich stärker aus als üblich.
Die Sicherungsmaßnahmen – vorläufige Maßnahmen vor formeller Eröffnung – stiegen um 30,6 % auf 1.545, davon entfielen 1.051 auf Unternehmen (+37,6 % vs. Februar 2025: 764).
Unternehmensinsolvenzen
Gesamtzahl und Abweisungen
Im Februar 2026 wurden 1.215 Unternehmensinsolvenzen eröffnet (+19,7 % vs. Februar 2025: 1.015). Hinzu kommen 679 Abweisungen gewerblicher Anträge mangels Masse (+27,2 % vs. Februar 2025: 534). Insgesamt wurden damit 1.894 gewerbliche Insolvenzanträge gestellt – davon wurden 35,8 % abgewiesen (Februar 2025: 34,5 %).
Branchen
Von den 1.215 eröffneten Unternehmensinsolvenzen im Februar 2026 liegen für 1.212 Fälle Branchendaten vor. Die am häufigsten betroffenen Sektoren:
Abb. 2: Top-Branchen Unternehmensinsolvenzen Februar 2026
Die stärksten Zuwächse verzeichnen Finanzdienstleistungen & Beteiligungsgesellschaften (+119 %), Handwerksbetrieb (+94 %), Transport & Logistik (+60 %), Immobilien (+42 %) und Personaldienstleistung (+50 %).
Rückgänge zeigen Hotel & Gastronomie (–25 %), Baunebengewerbe (–25 %) und Maschinenbau (–12 %).
*Hinweis zur Branchenvergleichbarkeit: Die Branchenzuordnung der 2025-Daten war weniger konsistent als 2026. Einzelhandel & Großhandel und Hotel & Gastronomie wurden 2026 teils in kombinierten Kategorien erfasst. Der Jahresvergleich ist für diese Kategorien eingeschränkt belastbar.*
Privatinsolvenzen
Im Februar 2026 wurden 10.131 Privatinsolvenzen eröffnet – ein Anstieg von 15,4 % gegenüber Februar 2025 (8.782). Die privaten Abweisungen stiegen auf 577 gegenüber 504 im Vorjahresmonat (+14,5 %). Die private Abweisungsquote liegt bei 5,4 % (Februar 2025: 5,4 %).
Regionale Analyse
Bundesländer
Nahezu alle Bundesländer verzeichnen im Februar 2026 Zuwächse gegenüber dem Vorjahresmonat. Lediglich Rheinland-Pfalz (–4,2 %), Mecklenburg-Vorpommern (–1,2 %) und Thüringen (–10,6 %) liegen unter dem Vorjahreswert.
Abb. 3: Eröffnungen nach Bundesland – Februar 2026 vs. Februar 2025
Bei den Unternehmensinsolvenzen nach Bundesland führt Nordrhein-Westfalen mit 280 Fällen (+20,2 % vs. Februar 2025: 233), gefolgt von Bayern (137; –15,4 %), Hessen (133; +34,3 %), Baden-Württemberg (148; +37,0 %) und Berlin (103; +39,2 %).
Insolvenzgerichte
Hamburg verzeichnet im Februar 2026 die meisten Verfahren (430, +23,9 %), gefolgt von Köln (321, –8,5 %) und Dortmund (259, +44,7 %).
Abb. 4: Top 15 Insolvenzgerichte – Februar 2026 vs. Februar 2025
Hamburg: 430 (Februar 2025: 347, +23,9 %)
Köln: 321 (Februar 2025: 351, –8,5 %)
Dortmund: 259 (Februar 2025: 179, +44,7 %)
München: 255 (Februar 2025: 261, –2,3 %)
Essen: 243 (Februar 2025: 215, +13,0 %)
Frankfurt am Main: 239 (Februar 2025: 146, +63,7 %)
Besonders starke Zuwächse verzeichnen Chemnitz (+70,5 %), Frankfurt am Main (+63,7 %), Münster (+60,5 %), Hagen (+46,7 %) und Dortmund (+44,7 %).
Methodik und Definitionen
Die Analyse basiert auf allen Insolvenzbekanntmachungen, die im Februar 2025 und Februar 2026 auf dem amtlichen Portal insolvenzbekanntmachungen.de veröffentlicht wurden. Der Datensatz umfasst 103.271 Einträge für Februar 2025 und 119.042 Einträge für Februar 2026 über alle Bekanntmachungsarten hinweg.
Für die Kernkennzahlen wurden ausschließlich die Kategorien „Eröffnungen" und „Abweisungen mangels Masse" ausgewertet.
Eröffnung: Das Insolvenzgericht hat ein Verfahren formal eröffnet (§ 27 InsO).
Abweisung mangels Masse: Der Antrag wurde abgewiesen, weil das Vermögen des Schuldners nicht ausreicht, die Verfahrenskosten zu decken (§ 26 InsO).
Unternehmensinsolvenz: Verfahren mit Handelsregistereintrag (HR-Nummer) im Bekanntmachungstext. Erfasst GmbHs, UGs, AGs, KGs, OHGs und eingetragene Einzelunternehmen.
Sicherungsmaßnahmen: Vorläufige Maßnahmen des Insolvenzgerichts vor formeller Eröffnung des Verfahrens.
Branchenzuordnung: Für 2026 liegen standardisierte Branchendaten für 1.212 der 1.215 Unternehmensinsolvenzen vor. Die 2025-Branchendaten wurden mit einer früheren Klassifikationslogik erstellt und weisen für einzelne Kategorien Inkonsistenzen auf.
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