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Insolvenzmonitor März 2026: 11.941 Eröffnungen – stärkster Märzanstieg im Datensatz

Im März 2026 wurden in Deutschland 11.941 Insolvenzverfahren eröffnet (+17,6 % vs. März 2025). Unternehmensinsolvenzen stiegen auf 1.168 Fälle (+18,3 %), Privatinsolvenzen auf 10.773 (+17,5 %). Die Abweisungsquote blieb mit 9,7 % auf Vorjahresniveau. Datenanalyse auf Basis von 23.235 amtlichen Bekanntmachungen.

14. April 2026·ca. 6 Min. Lesezeit

Gesamtüberblick: März 2026

Im März 2026 wurden in Deutschland 11.941 Insolvenzverfahren eröffnet und 1.276 Anträge mangels Masse abgewiesen. Gegenüber dem Vorjahresmonat (März 2025: 10.155 Eröffnungen, 1.093 Abweisungen) ergibt sich folgendes Bild:

  • Eröffnungen gesamt: 11.941 (+17,6 % vs. März 2025)
  • davon Unternehmen (HR-Eintrag): 1.168 (+18,3 %)
  • davon Privatpersonen: 10.773 (+17,5 %)
  • Abweisungen mangels Masse: 1.276 (+16,7 %)
  • Abweisungsquote: 9,7 % (März 2025: 9,7 %)

Gegenüber Februar 2026 (11.346 Eröffnungen) stieg die Zahl der Verfahren um 5,3 %. Im Vorjahresvergleich war der Anstieg von Februar auf März 2025 mit +3,7 % ähnlich moderat. Der März setzt damit den starken Aufwärtstrend des laufenden Jahres fort: Im Januar 2026 wurden 8.836, im Februar 11.346 und im März 11.941 Verfahren eröffnet.

Unternehmensinsolvenzen

Gesamtzahl und Abweisungen

Im März 2026 wurden 1.168 Unternehmensinsolvenzen eröffnet (+18,3 % vs. März 2025: 987). Hinzu kommen 711 Abweisungen gewerblicher Anträge mangels Masse (+19,7 % vs. März 2025: 594). Insgesamt wurden damit 1.879 gewerbliche Insolvenzanträge gestellt – davon wurden 37,8 % abgewiesen (März 2025: 37,6 %).

Branchen

Von den 1.168 eröffneten Unternehmensinsolvenzen im März 2026 liegen für alle Fälle Branchendaten vor. Die am häufigsten betroffenen Sektoren:

  • Baugewerbe & Handwerk: 207 (März 2025: 162, +28 %)
  • Sonstige Dienstleistungen: 110 (März 2025: 133, –17 %)
  • Einzelhandel & E-Commerce: 103 (März 2025: 61, +69 %)
  • Industrie & Verarbeitendes Gewerbe: 98 (März 2025: 107, –8 %)
  • Immobilienwesen & Gebäudemanagement: 97 (März 2025: 84, +15 %)
  • Gastronomie & Hotellerie: 92 (März 2025: 61, +51 %)
  • Transport, Logistik & Lagerei: 68 (März 2025: 62, +10 %)
  • Energie, Wasser & Entsorgung: 50 (März 2025: 27, +85 %)
  • Großhandel: 50 (März 2025: 37, +35 %)
  • Finanz- & Versicherungsdienstleistungen: 45 (März 2025: 85, –47 %)
  • IT, Software & Kommunikation: 38 (März 2025: 36, +6 %)
  • Automotive: 36 (März 2025: 32, +12 %)
  • Gesundheits- & Sozialwesen: 32 (März 2025: 33, –3 %)
  • Unternehmensberatung, Recht & Steuern: 29 (März 2025: 30, –3 %)

Die stärksten Zuwächse gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnen Energie, Wasser & Entsorgung (+85 %), Einzelhandel & E-Commerce (+69 %), Gastronomie & Hotellerie (+51 %), Großhandel (+35 %) und Baugewerbe & Handwerk (+28 %).

Rückgänge zeigen Finanz- & Versicherungsdienstleistungen (–47 %), Sonstige Dienstleistungen (–17 %) und Industrie & Verarbeitendes Gewerbe (–8 %).

Hinweis zur Branchenvergleichbarkeit: Die Branchenzuordnung ist 2026 um die Kategorie „Einzelhandel, Großhandel & Onlinehandel" erweitert worden, die 2025 nicht als eigenständige Kategorie geführt wurde. Die ausgewiesenen Zuwächse im Einzelhandel sind daher für 2026 tendenziell unterschätzt, da ein Teil der Fälle (39 im März 2026) in der kombinierten Kategorie erfasst ist und im Vorjahresvergleich nicht zugeordnet werden kann.

Privatinsolvenzen

Im März 2026 wurden 10.773 Privatinsolvenzen eröffnet – ein Anstieg von 17,5 % gegenüber März 2025 (9.168). Die privaten Abweisungen stiegen auf 565 gegenüber 499 im Vorjahresmonat (+13,2 %). Die private Abweisungsquote liegt bei 5,0 % (März 2025: 5,2 %).

Regionale Analyse

Bundesländer

Der Zuwachs im März 2026 ist nahezu flächendeckend. Nur Berlin (–0,6 %), Hamburg (–2,9 %), Mecklenburg-Vorpommern (–7,1 %) und Thüringen (–3,2 %) liegen unter dem Vorjahreswert.

Alle Bundesländer im Vergleich:

  • Nordrhein-Westfalen: 3.013 (März 2025: 2.471, +21,9 %)
  • Niedersachsen: 1.641 (März 2025: 1.261, +30,1 %)
  • Baden-Württemberg: 1.377 (März 2025: 1.037, +32,8 %)
  • Bayern: 1.314 (März 2025: 1.100, +19,5 %)
  • Hessen: 916 (März 2025: 847, +8,1 %)
  • Berlin: 518 (März 2025: 521, –0,6 %)
  • Rheinland-Pfalz: 503 (März 2025: 446, +12,8 %)
  • Schleswig-Holstein: 501 (März 2025: 468, +7,1 %)
  • Sachsen: 412 (März 2025: 390, +5,6 %)
  • Brandenburg: 353 (März 2025: 293, +20,5 %)
  • Hamburg: 335 (März 2025: 345, –2,9 %)
  • Sachsen-Anhalt: 314 (März 2025: 281, +11,7 %)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 236 (März 2025: 254, –7,1 %)
  • Saarland: 183 (März 2025: 132, +38,6 %)
  • Thüringen: 182 (März 2025: 188, –3,2 %)
  • Bremen: 143 (März 2025: 121, +18,2 %)

Bei den Unternehmensinsolvenzen nach Bundesland führt Nordrhein-Westfalen mit 277 Fällen (+21,5 % vs. März 2025: 228), gefolgt von Bayern (160; +23,1 %), Baden-Württemberg (120; +29,0 %), Hessen (117; –0,8 %) und Niedersachsen (106; +37,7 %). Brandenburg verzeichnet den stärksten relativen Zuwachs bei Unternehmensinsolvenzen: 37 Fälle gegenüber 23 im Vorjahr (+60,9 %).

Insolvenzgerichte

Hamburg führt im März 2026 mit 335 Eröffnungen, gefolgt von Köln (331) und Essen (285). Hannover (+57,1 %) und Duisburg (+57,0 %) verzeichnen die stärksten relativen Zuwächse unter den Top-15-Gerichten.

  • Hamburg: 335 (März 2025: 345, –2,9 %)
  • Köln: 331 (März 2025: 284, +16,5 %)
  • Essen: 285 (März 2025: 222, +28,4 %)
  • München: 265 (März 2025: 260, +1,9 %)
  • Münster (Westfalen): 246 (März 2025: 202, +21,8 %)
  • Dortmund: 246 (März 2025: 182, +35,2 %)
  • Duisburg: 234 (März 2025: 149, +57,0 %)
  • Hannover: 231 (März 2025: 147, +57,1 %)
  • Düsseldorf: 195 (März 2025: 174, +12,1 %)
  • Frankfurt am Main: 193 (März 2025: 164, +17,7 %)
  • Wuppertal: 187 (März 2025: 157, +19,1 %)
  • Saarbrücken: 183 (März 2025: 132, +38,6 %)
  • Charlottenburg (Berlin): 180 (März 2025: 188, –4,3 %)
  • Aachen: 173 (März 2025: 124, +39,5 %)
  • Bochum: 168 (März 2025: 146, +15,1 %)

Bei den Unternehmensinsolvenzen führt Charlottenburg (Berlin) mit 93 Fällen (+10,7 % vs. März 2025: 84), gefolgt von Frankfurt am Main (51; +8,5 %), Hamburg (46; +17,9 %), Köln (33; +22,2 %) und München (33; –13,2 %).

Methodik und Definitionen

Die Analyse basiert auf allen Insolvenzbekanntmachungen der Kategorien „Eröffnungen" und „Abweisungen mangels Masse", die im März 2025 und März 2026 auf dem amtlichen Portal insolvenzbekanntmachungen.de veröffentlicht wurden. Der ausgewertete Datensatz umfasst 19.890 Einträge für März 2025 und 23.235 Einträge für März 2026 (inkl. Verteilungsverzeichnisse).

  • Eröffnung: Das Insolvenzgericht hat ein Verfahren formal eröffnet (§ 27 InsO).
  • Abweisung mangels Masse: Der Antrag wurde abgewiesen, weil das Vermögen des Schuldners nicht ausreicht, die Verfahrenskosten zu decken (§ 26 InsO).
  • Unternehmensinsolvenz: Verfahren mit Handelsregistereintrag (HR-Nummer) im Bekanntmachungstext. Erfasst GmbHs, UGs, AGs, KGs, OHGs und eingetragene Einzelunternehmen.
  • Privatinsolvenz: Alle Verfahren ohne HR-Eintrag.
  • Abweisungsquote: Abweisungen mangels Masse / (Eröffnungen + Abweisungen).
  • Branchenzuordnung: Standardisierte Branchendaten liegen für alle 1.168 Unternehmensinsolvenzen im März 2026 vor. Die 2025-Branchendaten wurden mit einer früheren Klassifikationslogik erstellt; für einzelne Kategorien ist der Jahresvergleich daher eingeschränkt belastbar.
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