Insolvenzmonitor – Analyse Januar 2025

Mit fast 10.000 eröffneten Insolvenzverfahren, darunter über 8.900 Privatinsolvenzen, bleibt die Insolvenzdynamik auf einem hohen Niveau.

Struktur, Gerichte, Branchen: So startete das Jahr

Der Januar 2025 brachte deutschlandweit 9.892 eröffnete Insolvenzverfahren, davon 8976 Privatinsolvenzen und 916 Unternehmensinsolvenzen. Damit setzt sich das hohe Niveau des Vorjahres auch im neuen Jahr fort.


🧾 Aufteilung nach Insolvenztyp

  • Firmeninsolvenzen: 916 Eröffnungen

  • Privatinsolvenzen: 8976 Eröffnungen

👉 Während sich die Zahl der Privatinsolvenzen auf weiterhin sehr hohem Niveau bewegt, ist auch die Zahl der Unternehmensinsolvenzen deutlich über dem langjährigen Monatsdurchschnitt.


🏛️ Top 10 Insolvenzgerichte im Januar 2025

Die folgende Grafik zeigt die Gerichte mit den meisten eröffneten Insolvenzverfahren (alle Schuldnertypen kombiniert):

 

📌 Auffällig ist, dass Gerichte wie Essen, Hamburg, Berlin-Charlottenburg und Leipzig an der Spitze liegen. Diese Standorte sind häufig auch wirtschaftliche Ballungsräume – mit entsprechend hoher Unternehmensdichte und gleichzeitig sozial-strukturellen Belastungsindikatoren im Privatbereich.


🗺️ Firmeninsolvenzen nach Bundesländern

Die folgende Übersicht zeigt die am stärksten betroffenen Bundesländer:

 

  • Nordrhein-Westfalen und Bayern führen mit Abstand

  • Auch Berlin, Baden-Württemberg und Niedersachsen zeigen hohe Fallzahlen

📌 Die Verteilung korreliert stark mit der Anzahl wirtschaftlich aktiver Unternehmen, zeigt aber auch Strukturprobleme im Süden und Westen.


🏭 Branchenanalyse: Die häufigsten NACE-Codes im Januar

 

Besonders auffällig ist der Anteil an Insolvenzen in folgenden Bereichen:

  • G47.1 (Einzelhandel)

  • F43 (Ausbaugewerbe)

  • H49 (Landverkehr und Transport)

  • M70.2 (Unternehmensberatung)

  • L68 (Immobilienwesen)

Diese Branchen stehen bereits seit mehreren Monaten unter Druck, u. a. durch gestiegene Zinsen, Konsumzurückhaltung oder Baupreissteigerungen.


📉 Fazit und Ausblick

Der Januar bestätigt, was sich Ende 2024 abzeichnete: Die Insolvenzdynamik bleibt hoch. Insbesondere bei Privatpersonen ist kein Rückgang in Sicht. Für Unternehmen verdichtet sich der Eindruck eines strukturellen Insolvenzanstiegs, der nicht nur konjunkturell, sondern auch kapitalmarktbasiert und branchenabhängig bedingt ist.

Wir beobachten die Entwicklungen weiter – im Februar werden zusätzlich die ersten Vergleichswerte aus dem Vorjahr verfügbar.


Insolvenzmonitor bietet tagesaktuelle Daten, individuelle Reports nach Branche, Region oder Kundennetzwerk sowie Frühwarnsysteme für Ihr Portfolio.

 

Insolvenzen nach Amtsgerichten
Insolvenzen nach Bundesländern
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